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I doubleU3times

2021

Kunst entsteht nicht zuletzt aus dem Hinterfragen der realen Verfassung der Welt und deren Menschen. Dies gilt besonders für die Bildnisfotografie. Das in sich hineinschauen, bzw. die Gabe der Beobachtung ist hierbei eine wesentliche Voraussetzung für eine herausragende Portraitfotografie. Bei dieser Serie „idoubleU3times“ habe ich als Künstler die Rahmenbedingungen für die Selbstbildnisse geschaffen, mit viel Spielraum für Interpretation und Selbstdarstellung der portraitierten Personen. Jeder konnte sich selber für die Aufnahme in Szene setzen, spontan, ohne Probe, aber auch ohne digitale Nachkorrektur. Eine Wiederholung der Aufnahme stand nicht zur Option. Die Technik der digitalen Dreischuss-Fachkamera macht es möglich, dass bei drei Belichtungen (rot/grün/blau) eine Aufnahme zum Schluss zu einem Bild generiert wird. Bewegung, Mimik, Accessoires und der Blick verbinden sich mit der Gefühlswelt und der Selbstwahrnehmung des „Portraitierten“. Es sind Abbilder entstanden, die den Weg aus dem Verborgenen der nach innen gerichteten Beobachtung hin zur äußeren bildlichen Reflexion erfahren lassen.
Eine Portraitaufnahme zeigt niemals die Wahrheit; doch die technische Möglichkeit der drei Belichtungen versucht es, die Vielfältigkeit der menschlichen Natur in einem nahezu spontanen Moment zu erfassen. „Ich sehe dich, also bist du.“

Art arises not least from questioning the real condition of the world and its people. This also and especially applies to portrait photography. Looking into yourself or the gift of observation is an essential prerequisite for outstanding portrait photography. In this serie  „idoubleU3times“ I, as the artist, created the framework for the self-portraits, with plenty of scope for interpretation and self-presentation of the portrayed people. Everyone could stage themselves for the recording, spontaneously, without a rehearsal, but also without digital post-correction. Repeating the recording was not an option. The technology of the digital three-shot view camera makes it possible that with three exposures (red/green/blue) per release, one image is finally generated. Movement, facial expression, accessories and the gaze are connec ted together with the emotional world and the self-perception of the „portrayed“. Images have been created that show the way from the hidden side of inward observation to external pictorial reflection.
A portrait shot never shows the truth; but the technical possibility of the three exposures tries to capture the diversity of human nature in an almost spontaneous moment. „I see you, therefore you are.“