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> Zur Ausstellung ANTIPODE | BBK Nürnberg

„Was verkünden denn jene, die meinen, es gebe Antipoden, die uns die Füße zukehren? Ja, wer ist denn so töricht wie der, der glaubt, es gebe Menschen, deren Füße über den Köpfen sind? Oder wo das, was bei uns herunter zeigt, nach oben hängt? Wo Pflanzen und Bäume nach unten wachsen? Wo Regen und Schnee und Hagel zur Erde nach oben fallen?”
Lucius Caecilius Firmianus (Firmianus, qui et Lactantius, so der Name bei Hieronymus, De viris illustribus 80;
dt. Namensform meist Laktanz; * um 250; † um 320)

„Ich hab einen schrägen Blick auf die Welt”

Er gehört zu den Stillen im Lande und steht meistens nicht im Rampenlicht, sondern hinter der Kamera: Jetzt bereitet Bernd Telle, einer der originellsten Fotografen in Nürnberg, gleich zwei Ausstellungen vor.

> Vollendete Möglichkeitsformen // Parallelverschiebung

Das komplexe, dem Medium Fotografie eingeschriebene Verhältnis von Zeitlichkeit und fotografischem Abbild beschäftigt und inspiriert Theoretiker und Künstler gleichermaßen. Bernd Telle spürt in mehreren Werkserien diesem Thema nach. Schon mit dem Titel „Vollendete Möglichkeitsformen“ verweist der Künstler darauf, dass seine Arbeiten keine reine Erfassung visueller Sachverhalte darstellen. Vielmehr erzeugt er zeitlose Wirklichkeitsformen und führt sie dem Betrachter als Projektionsflächen vor Augen.

> ANTIPODE

Galt die Fotografie bei William Henry Fox Talbot (1800–1877) noch als „Zeichenstift der Natur“, und ist dem Medium Fotografie aus kultureller, historischer und ästhetischer Sicht nach wie vor ein gewisser „Realismus“ zugeschrieben, so hat sich die Form des Wirklichkeitsbezuges von den Anfängen des Mediums bis heute stark gewandelt. Fotografien bilden oftmals keine Realitäten mehr ab, vielmehr visualisieren sie bestimmte Wirklichkeitskonstruktionen.

> Bernd Telle, ein Künstler nicht nur für Nürnberg

Im Zeitalter der Globalisierung hat sich die Botschafterrolle des Künstlers verändert. Er zieht nicht mehr nur aus, um Kunst und Kulturerbe der Alten Welt in die Neue hinauszutragen, sondern findet überall dort draußen so viel Wertvolles, Wissens- und Staunenswertes, dass diese Eindrücke sein weiteres künstlerisches Schaffen wie ein Roter Faden durchziehen. Und so wird der moderne Künstler zum Mittler zwischen den Welten. Oder um es mit einem modernen Begriff zu umschreiben: Er wird zum interaktiven Botschafter der Kulturen.

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